Motivation und Ausdauer – Langfristige Ziele erreichen

Ein Läufer erklimmt nach einem Anstieg endlich die Anhöhe und hält in der Mittagssonne inne. Das Ziel ist noch fern, aber anhalten ist keine Lösung. „Warum tue ich mir das eigentlich an?“, fragt er sich. Running at the sunset - back lit

 Ein Ziel über einen längeren Zeitraum hinweg zu verfolgen verlangt solide Ausdauer. Um diese auch gegen Widerstände aufrecht zu erhalten, muss diese ausreichend motiviert sein.

 Extrinsische und intrinsische Motivation

 Motivation. Damit meine ich die Gesamtheit aller Beweggründe (Motive), die zu Handlungsbereitschaft führen.

 Man unterscheidet zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Motivation. Intrinsische Motivation bezeichnet das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun. Zum Beispiel, weil eine Handlung einfach Spaß macht oder eine interessante Herausforderung darstellt. Dagegen spricht man von extrinsischer Motivation, wenn man eine Leistung erbringen möchte, weil man sich davon eine Belohnung verspricht oder Nachteile vermeiden möchte.

 Der eigene Antrieb als Schlüssel zu mehr Leistung

 Aus zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir, dass Menschen schneller Fortschritte machen und bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie intrinsisch motivierte Ziele verfolgen. In selbstbestimmten Zielen sind Belohnung und Motivation bereits enthalten, weil sie frei gewählt werden und das Bedürfnis nach Autonomie befriedigen. Extrinsisch motivierte Handlungen, die ausgeführt werden um eine externale Belohnung zu bekommen, können niemals eine vergleichbare Motivation bieten.

 Eine hinderliche Belohnung?

 Allerdings haben Untersuchungen auch gezeigt, dass die intrinsische Motivation untergraben werden kann, wenn für eine ursprünglich intrinsische Aktivität extrinsische Belohnungen angeboten werden. Dies belegt eine Studie von Green und Nisbett (Green & Nisbett, 1973), welche sich mit Kindern beschäftigt, die gern und viel zeichneten. Als man ihnen eine Belohnung in Aussicht stellte, wenn sie noch mehr zeichneten, zeigten diese Kinder deutlich weniger Interesse und verbrachten nur noch halb so viel Zeit mit Zeichnen. Kinder dagegen, die ohne Vorankündigung eine Belohnung erhielten, oder denen erst gar keine Belohnung in Aussicht gestellt wurde, hatten ein weiterhin gleich großes Interesse am Zeichnen. Dagegen sind extrinsische Anreize äußerst erfolgversprechend, wenn es darum geht, Kinder dazu zu bringen Handlungen auszuführen, die nicht intrinsisch motiviert sind: das Zimmer aufräumen, Hausaufgaben machen, den Hund ausführen etc..

 So motivieren Sie Sich für Ihre Ziele

 Ziele, die Sie verfolgen, können entweder Ihre eigenen oder von anderen auferlegt sein. In der Selbstdiskrepanztheorie (Higgins, 1987) unterscheidet man nach dem tatsächlichen Selbst (wie man ist), dem idealen Selbst (wie man sein möchte) und dem geforderten Selbst (wie man sein soll), das auf den Wünschen und Vorstellungen anderer basiert. Wenn Sie also über Ihre Ziele nachdenken, kann es durchaus hilfreich sein sich zu fragen, warum Sie diese Ziele haben. Sie können Ihre intrinsiche Motivation durch einen einfachen Prozess aufrechterhalten: Erinnern Sie sich immer wieder daran, warum Sie ein bestimmtes Ziel gewählt haben. Der Psychologe Ken Sheldon hat eine Strategie entwickelt, die Ihnen dabei helfen kann, ihre intrinsische Motivation zu bewahren:

 1. Machen Sie sich das Ziel bewusst

Denken Sie an die zentrale Bedeutung oder eine wichtige Ressource, die in diesem Ziel zum Ausdruck kommt. Was bedeutet z.B. die geplante Reise für Sie? Sie werden Ihre Neugierde auf ein neues unbekanntes Land befriedigen.

2. Sorgen Sie dafür, dass es Spaß macht

Verfolgen Sie das Ziel in der Form, die Ihnen am meisten Vergnügen bereitet. Wählen Sie Personen, Ereignisse und Orte danach aus, dass die Aktivität Spaß macht. Organisieren Sie z.B. Ihre Dienstreisen so, dass Sie Reise und Unterkunft genießen können.

3. Denken Sie an das große Ganze

Wenn Sie ein eng gestecktes Ziel haben, z.B. mit dem Rauchen aufzuhören, wozu kann dieses Ziel im weiteren Sinne führen? Ein längeres und gesünderes Leben zu führen.

Zu Teil 1: Disziplinierte Ausdauer

Quelle: Susanne C. Segerstrom, Optimisten denken anders, Hans Huber Verlag

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Manfred Seidel

Autor:Manfred Seidel

Manfred Seidel war lange Jahre als Führungskraft im Automobil- und Online-Business tätig, bevor er sich 2011 als Trainer und Berater selbständig machte. Seine Themenschwerpunkte sind Vertrieb, Führung und Personalentwicklung. Er lebt in München und arbeitet für Unternehmen in Deutschland und Österreich.

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