Requirements Engineering im Innovationsprozess

Die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen wird in den Medien immer wieder diskutiert – gerade unter dem Deckmantel der Megatrends Digitalisierung und Big Data. Dabei wird in der medialen Debatte und Innovationsaktivitäten der Fokus sehr häufig auf Kreativität, Start-up Spirit und Kundenfokus gerichtet. Dies ist grundsätzlich gut und richtig. Doch allzu oft scheitern Innovationen nicht an einem Mangel an guten Ideen, sondern an der mangelhaften Zusammenführung der Interessen der Stakeholder.

Innovationen scheitern häufig an der mangelhaften Zusammenführung der Stakeholder.

Das sogenannte Requirements Engineering hat genau diese Aufgabe und sollte deshalb früh in den Innovationsprozess mitgedacht und iterativ im Prozess wiederholt werden.

Der Kunde, die Produktion, Lieferanten, Betriebsräte… – Die Zahl der Stakeholder ist groß !

Die Zahl der Stakeholder ist gerade in großen Unternehmen und bei größeren Innovationsprojekten hoch, denn neben dem wichtigsten Stakeholdern – dem Kunden – sind z.B. Vertrieb, Produktion, Lieferanten, Servicedesign, Qualitätssicherung, Usability, Datensicherheit, Marketing, Controlling, Betriebsräte und die Geldgeber relevant.

Hinzu kommen noch die gesetzlichen Vorgaben, Normen, Umweltauflagen, technische Standards und ggf. ethische Gesichtspunkte, die zwingend einzuhalten sind.

aus einem Requirements Engineering Workshop

 

Bei vielen Stakeholdern müssen Innovationsmanager gut planen!

Der Abgleich und die Bündelung der Interessen und der Anforderungen der in einem Projekt relevanten Stakeholder ist deswegen eine wichtige Voraussetzung, damit eine Innovationsidee nicht auf dem Weg durch die Instanzen „verhungert“ und am Ende der Entwicklung Produkte entstehen, die sich nur schwer verkaufen lassen.

Hier kommt das Requirements Engineering ins Spiel!

Die Aufgaben des Requirements Engineers

Der Erfassung, Bewertung, Verhandlung und Dokumentation sämtlicher Anforderungen der Stakeholder sind daher die zentralen Aufgaben des Requirements Engineering. Die Vielschichtigkeit dieser Tätigkeit erfordert vom Requirements Engineer, neben der fachlichen Tiefe, vor allem ausgeprägte Soft-Skill Qualitäten wie Empathie, emotionale Intelligenz, aktives Zuhören, Konfliktlösungsfähigkeit und Verhandlungsgeschick. Bei der Dokumentation der Anforderungen werden zusätzlich Sprachgefühl und eine präzise Ausdrucksweise benötigt. Bei internationalen Entwicklungsteams kommen noch interkulturelle Aspekte hinzu.

Hohe Kosten bei fehlenden oder falschen Anforderungen

Dabei sind die Anforderungen in einem Innovationsprojekt meist nicht statisch, sondern entsprechend dem fortscheitenden Erkenntnisgewinn fortlaufend anzupassen. Fehlende oder gar falsche Anforderungen führen vor allem bei einem bereits fortgeschrittenen Entwicklungsprozess zu hohen Kosten und im Extremfall sogar zu Rückrufaktionen, wenn Produkte sich bereits im Markt befinden.

Somit spielt Requirements Engineering im Innovationsprozess eine erfolgskritische Rolle als wichtiges Werkzeug bei der konkreten Umsetzung von Ideen.

Deshalb ist es wichtig, in Innovationsprozessen zu geeigneten Zeitpunkten Phasen des Requirements Engineering einzubauen. Hier helfen oftmals externe Experten am besten. Gerade an dieser entscheidenden Schnittstelle im Innovationsprozess ist eine Außenperspektive in Form von Beratung oder der Moderation von Requirements Engineering Workshops Gold wert.

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Peter Klausmann

Autor:Peter Klausmann

Als Vollblut-Unternehmer und Spezialist für den Aufbau von IT- und Technologieunternehmen beschäftigt sich Peter Klausmann intensiv mit Innovation und deren Umsetzung am Markt.

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