Gamification – Modeerscheinung oder echte Chance ?

Gamification – Modeerscheinung oder echte Chance?

Gamification ist ein Schlagwort, dass man immer wieder hört, wenn es darum geht, wie Unternehmen innovativ und zukunftsfähig sein können. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter? Ganz allgemein meint Gamification die Übertragung von spielerischen Elementen in andere Lebensbereiche, insbesondere in die Arbeitswelt.

Spiel und Arbeit – nur ein scheinbarer Gegensatz

Auf den ersten Blick erscheinen Spiel und Arbeit auch heute noch vielen Menschen als ein Gegensatzpaar. Schließlich spielt man zum Spaß und sollte Arbeit ernsthaft ausführen. Doch Spiel nur als etwas Nebensächliches oder gar Kindisches anzusehen, greift zu kurz.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Spielen geht im Wesentlichen auf den niederländischen Philosophen Johan Huizinga zurück, der schon in den 1930er-Jahren den „Homo ludens“, den spielenden Menschen, beschrieb. Nach seiner Theorie ist die menschliche Kultur aus dem Spiel entstanden. Spiele zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass sie sich vom Alltäglichen abheben und keinen erkennbaren Nutzen haben. Zugleich besitzen Spiele eigene Regeln, die befolgt werden müssen. Sie werden deshalb von den Spielern durchaus sehr ernst genommen.

In der Forschung konnte man viele positive Effekte von Gamification feststellen. So können Spiele zum Beispiel als Ablenkung von harter Arbeit dienen. Oder – wie jetzt in der Corona-Krise – Sorgen und Ängsten zerstreuen. Zudem können spielerische Aufgabenstellungen das Lernen erleichtern. Für den Unternehmenskontext am wichtigsten ist sicherlich, dass Spiele oder Gamification die Kreativität fördern können. Denn spielerische Herangehensweise eröffnen eine neue Sicht auf bestehende Probleme und Herausforderungen.

Anregungen für die praktische Umsetzung

Wie können aber nun spielerische Elemente optimal in den Arbeitsalltag integriert werden? Dies kann im Wesentlichen auf drei Arten geschehen: Zum einen können gezielte Maßnahmen durchgeführt werden. So können beispielsweise Workshops eingesetzt werden, bei denen eine Aufgabe spielerisch mit Bausteinen oder Bastelmaterial gelöst wird. Zum anderen können Führungskräfte Arbeitsaufgaben spielerisch gestalten und beispielsweise Teams durch betriebsinterne Wettkämpfe zu besonderen Leistungen motivieren. Drittens sollte das Unternehmen um eine spielfreundliche Arbeitsatmosphäre bemüht sein, also genug Freiraum für Spielideen bieten, die von den Mitarbeitern selbst kommen.

Damit Gamification tatsächlich zu Kreativität und Innovation beitragen kann, ist es dabei wichtig, dass die Maßnahmen von den Mitarbeitern auch angenommen werden. Dazu sollten spielerische Angebote stets freiwillig sein. Außerdem muss die Unternehmenskultur genug Zeit und Raum für das spielerische Ausprobieren bieten.

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Author: Isabella Fetzer

Isabella Fetzer ist ausgebildete Redakteurin und Bloggerin. Während ihres wirtschaftswissenschaftlichen Studiums an der FernUniversität in Hagen beschäftigte sie sich unter anderem mit den Themen Mitarbeitermotivation und moderne Führungstheorien. Auf Ihrem Blog www.lernmotiviert.de schreibt sie über Studium, Lernen und Motivation.

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