Führungsqualität „Vertrauen“ II – Das Spannungsdreieck

SpannungIm ersten Teil der vierteiligen Artikelserie Führungsqualität „Vertrauen“ hat die Autorin Barbara Poschmann den sozio-kulturellen Kontext von Arbeit und Führung in Unternehmen in den Fokus gerückt. Das Ergebnis war, dass Angst und Vertrauen heute mehr denn je als gewichtige Aspekte von Unternehmenskultur gesehen werden müssen. Im zweiten Teil der Serie zeigt Poschmann, mit welchem Führungsstil eine Arbeitskultur des Vertrauens hergestellt werden kann. Denn, Vertrauen ist Führungssache!

(Text: Dipl.-Sozialwirtin Barbara Poschmann) – Teil 2

Ein Gefühl basaler Sicherheit am Arbeitsplatz zu vermitteln ist meines Ermessens eine der wichtigsten Aufgaben guter Führung. Ein Mitarbeiter kann sich in einem vertrauensvollen Umfeld besser und zu seinem vollen Potential einbringen, nicht aber in einem von Macht und ggf. Angst durchsetzten Gefüge. Macht, Angst und Sicherheit (bzw. das Bedürfnis nach Sicherheit) stehen in einem Spannungsverhältnis. Wer Angst hat (z.B. Existenzangst; persönliche Unsicherheit), sucht nach Sicherheit (z.B. durch ein festes Arbeitseinkommen; starke Führung). Stark vereinfacht möchte ich es in einem Dreieck darstellen.

Das Spannungsdreieck Macht – Sicherheit – AngstHikers

Quelle: Barbara Poschmann

Mit „Macht“ meine ich viele Mechanismen, welche destruktiv im Unternehmensalltag wirken und für den Mitarbeiter Stress und Unwohlsein erzeugen: Machtgehabe, Kontrollmechanismen von Person zu Person oder systemisch verankerte Kontrollmechanismen, Hierarchiegefüge die den einen unten und den anderen oben stehen lassen, übermäßiger Druck auf den Mitarbeiter usw. Macht in seiner herkömmlichen Form (z.B. Machtgefüge im Unternehmen, Kontrollmechanismen) wirkt hier bedrohlich und destruktiv, es blockiert Synergie, Innovationsgeist und die Bereitschaft zu Kooperation.

Vertrauen statt Macht und Hierarchie

Wie bekommen wir nun das „Spannungsdreieck“ gelöst hin zu einer positiven Ausgangssituation, die den Unternehmenserfolg möglich macht?

 Hikers

 

 

 

 

 

 

Quelle: Barbara Poschmann

Wertschätzung, Interesse, Vertrauen

Die Lösung liegt hier in einem Führungsstil, der geprägt ist von Wertschätzung, Interesse und Vertrauen. Ein wirkliches Interesse am Mitarbeiter zu haben wird ihm oder ihr das Gefühl geben, durch seine Arbeitskraft einen sinnvollen Beitrag zum großen Ganzen beizutragen. Wirkliche Wertschätzung für den Arbeitsbeitrag des Mitarbeiters zu empfinden und ihm dies auch ausdrücklich spüren zu lassen wird in ihm die Bereitschaft fördern, sein Bestes zu geben. Wirkliches Vertrauen zu geben wird in der Konsequenz Vertrauen zurückfließen lassen. Und genau dieses Vertrauen ist für die Führungskraft in wirtschaftlich bewegten Zeiten unheimlich wichtig: vielleicht müssen Entscheidungen kurzfristig getroffen werden, die unkonventionell sind oder es müssen neue Wege im Unternehmen eingeschlagen werden wofür es unbedingt den Konsens der Gruppe braucht (z.B. eine Social Media Strategie implementieren und auch leben) – die Gruppe der geführten Mitarbeiter sollte in solchen Situationen hinter den Entscheidungen und der Entscheidungsfähigkeit der Führungskraft stehen (können), damit auch diese optimale Arbeit leisten kann.

HikersQuelle: Barbara Poschmann

Mut, alte Strukturen über Bord zu werfen

Heute hören wir von einzelnen Unternehmen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben in „das neue Land“ – die alten Führungstrukturen (z.B. hierarchiebasierte Führung) wurden zum Teil komplett über Bord geworfen, die Mitarbeiter haben maximale Entscheidungsfreiheit über Arbeitszeit und Selbstorganisation der Arbeitsprozesse. Das einzige was zählt ist der Unternehmenserfolg und die zeitgerechte Erledigung der Arbeit. Noch befinden wir uns in der Anfangsphase, doch von vielen neu strukturierten Unternehmen hört man vor allem eines: es funktioniert! Und zwar besser als vorher. Das sollte uns nicht nur zum Nachdenken bringen, sondern auch zum Handeln.

 

Barbara Poschmann

Author: Barbara Poschmann

Dipl.-Sozialwirtin Barbara Poschmann hat in ihrer beruflichen Karriere sehr viele eindrückliche Erfahrungen im sozialen Gefüge von Unternehmen – oftmals zwischen Chef und Mitarbeitern – gesammelt. Diese Erfahrungen hat sie durch intensives Studium und Recherche theoretisch fundiert. Nun startet die mittlerweile selbstständige Trainerin auf Performance-strategies.de eine Artikelserie, die sich mit dem Thema Vertrauen befasst.

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